„Tod im Lafnitztal“ von Thomas Himmelbauer

Tod im Lafnitztal – Klassische Spannung im achten Fall für Anton Geigensauer!
In der verlassenen Feriensiedlung „Dorf Pannonien“ kommt es zu einem tödlichen Zwischenfall: Ein Mann wird erschossen aufgefunden, neben ihm eine rätselhafte Botschaft. Geigensauer und Hombert von der SOKO-Südost nehmen die Ermittlungen auf. Spuren führen zu einem zerrütteten Paar, mysteriösen Beobachtungen und dunklen Geheimnissen. War es ein kalt geplanter Mord – oder ein Zufall in der Einsamkeit? Ein packender Fall, der tief ins Herz des Lafnitztals führt.

Leseprobe

Der Mann mit der schwarzen Pudelhaube blieb stehen und wartete. Der Lärm der wegfahrenden Autos verstummte. Stille breitete sich über ›Dorf Pannonien‹. Der blaue Bildschirm eines Handys leuchtete wenige Meter entfernt auf. Oskar schaltete seine Handytaschenlampe ein und kehrte zu seinem Lehmhaus zurück. Man hörte, wie die Tür hinter ihm zugeschlagen wurde. Bald darauf strahlten die Fenster des Hauses wieder gelb.
Der Mann mit der schwarzen Pudelhaube wartete ein paar Minuten, dann machte er sich auf den Weg zum Parkplatz und seinem Fahrrad. Er hatte hier nichts mehr verloren. Das Glück, das er heute Abend hierhergekommen war, fasste er kaum. Benzin und Feuerzeug würde er getrost entsorgen. Es war kein Verbrechen notwendig, um sich zu rächen. Die Revanche würde legal und anonym verlaufen.
Der Nebel fiel immer dichter ein und alles war nass von dessen Feuchtigkeit, auch sein Fahrrad. Er verstaute den Rucksack in der Box, wischte den Sattel trocken und fuhr los. Außerhalb des Waldes war die Sicht nicht besser. Das Licht des Scheinwerfers wurde durch tausende Tröpfchen zurückgeworfen und blendete mehr, als es die Fahrbahn ausleuchtete. Er kippte die Lampe etwas nach unten und reduzierte das Tempo. So war ein sicheres Fahren möglich. Er begegnete keiner Menschenseele, während er durch Deutsch-Ehrensdorf bergauf radelte.
Läden und Rollbalken verschlossen die Fenster. Der Ort wirkte wie ausgestorben. Auch oben am Berg war unterdessen der Nebel eingefallen. Verschwitzt trat er die Abfahrt nach St. Kathrein an, wo er frierend eintraf. Wenig später erreichte er seinen Wagen, verstaute sein Rad und wechselte wieder die Kennzeichen. Dann begab er sich auf den Heimweg. Zwischen Gerersdorf und Rehgraben blieb er am Rande der Straße unbeleuchtet stehen, stieg aus, kletterte in den Straßengraben und warf die Nummerntafeln weg.
Ein Motorrad raste vorbei. Der Lenker wird sich hoffentlich sein Nummernschild nicht gemerkt haben. Wozu auch? Im dichten Nebel durch das südburgenländische Hügelland zu fahren, benötigte seine Zeit. Erst kurz vor Mitternacht traf er bei dem alten Haus ein, das er sich im Frühjahr gekauft hatte. Rasch heizte er den Sparherd ein, um die Suppe, die von Mittag geblieben war, zu wärmen. Er beobachtete die Flammen im Herd und erinnerte sich an den Abend, an dem er Oskar und Olga kennengelernt hatte.

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Thalia

Tod im Lafnitztal
Kriminalroman von Thomas Himmelbauer
Taschenbuch, 288 Seiten, € 14,90 (A)
ISBN 978-3-99074-340-9