„Schlepper, Berge & Garten-Zwerge“ von Maximilian Eigletsberger
Ein verstörender Traum, ein rätselhafter Unfall und plötzlich stehen Max Werger und sein Freund Stonie erneut mitten in einem gefährlichen Kriminalfall. Auf der Spur einer internationalen Schlepper-Organisation geraten die beiden Hobbydetektive selbst ins Visier skrupelloser Gegner. Ihre Ermittlungen führen sie quer durch Europa und immer tiefer in die geheimnisvolle „Operation Gartenzwerge“. Zwischen Verfolgungsjagden, emotionalem Chaos rund um Max’ Exfreundin Sophie und einer scheinbar übermächtigen Verschwörung bleibt nur Kater Lionel Messi die Ruhe selbst. Spannung, Humor und Gänsehaut garantiert.
Leseprobe
Der grelle Schein einer Taschenlampe suchte sich verstohlen den Weg durch den penibel gepflegten Garten eines schmucken Reihenhauses im Welser Stadtteil Lichtenegg. Vorsichtig darauf bedacht, nur ja keine verräterischen Geräusche zu verursachen, folgten zwei in Schwarz gekleidete Männer mit Strumpfmasken auf leisen Sohlen dem leitenden Lichtstrahl. Dunkle Wolken verhängten den Mond und boten den beiden finsteren Gesellen zusätzlich Schutz für ihr unheilvolles Vorhaben.
Wie schon so oft in den schwülen Sommernächten dieses Jahres stand die Terrassentür sperrangelweit offen, um so für erfrischend kühle Luft im Hausinneren zu sorgen. Die Warnungen seiner Freunde ob dieses unvorsichtigen Verhaltens hatte der Besitzer stets mit einer abweisenden Handbewegung abgetan. Humbug! Es war noch nie etwas passiert. Nicht hier und nicht in der Nachbarschaft. Also wähnte er sich auch in dieser Nacht in Sicherheit.
Die beiden Einbrecher quittierten die offene Tür mit einem Lächeln und gelangten ohne Aufwand ins Innere des Hauses. Verstohlen sahen sie sich um, und nachdem sie keine Geräusche oder Stimmen wahrnahmen, die auf die Anwesenheit der Hausbesitzer hinwiesen, machten sie sich geübt daran, die Schubladen des Wohnzimmerschrankes nach Wertgegenständen zu durchstöbern. In einer kleinen Stahlkassette – praktischerweise mit angestecktem Schlüssel – befanden sich ein paar Geldscheine, Kreditkarten und eine wertvolle Herrenarmbanduhr. Hastig wurde das Diebesgut in der mitgebrachten Sporttasche verstaut. Die bisherige Ausbeute des minutiös geplanten Raubzugs war für die beiden Einbrecher jedoch mehr als unbefriedigend. Zwei Reisepässe und ein Dienstausweis, die offen auf einer Kommode im Vorzimmer lagen, weckten das Interesse des Duos. »Christoph Steinmayr, Dienststellenleiter Abteilung Fremdenrecht« war darauf zu lesen. Die Ausweise wurden kurzerhand ebenfalls in der Tasche verstaut. Vielleicht würden sie sich ja später einmal als nützlich erweisen. Die Pässe könnten sich zu Geld machen lassen. Abnehmer dafür gab es genug. Österreichische Ausweispapiere waren international sehr gefragt. Wortlos verständigten sich die beiden Eindringlinge und begaben sich die Treppe hinauf in den ersten Stock des Reihenhauses. Lautlos und flink, wie es nur Profis zu tun vermochten.
Christoph Steinmayr, von seinen Freunden Stonie genannt, wurde von einem plötzlich auftretenden Durstgefühl aus dem Schlaf gerissen. Behutsam löste er sich aus der Umklammerung seiner neben ihm liegenden Ehefrau Anna. Gelegentliche Schnarchlaute zeugten von der Intensität ihres Schlafes. In Stonies Gesicht machte sich ein breites Grinsen breit. Für einen kurzen Augenblick verharrte er, drückte seiner Frau liebevoll einen Kuss auf die Wange und schlüpfte vorsichtig aus dem Bett.
Völlig unvermittelt traf ihn der helle Lichtstrahl einer Taschenlampe.
Im Nu war er hellwach. Nach einer kurzen Schrecksekunde stürzte er sich schreiend auf den Mann, in dessen Hand sich die Lichtquelle befand. Auch dieser war von der unerwarteten Begegnung für einen Augenblick wie gelähmt. Eine wilde Rangelei begann. Die Taschenlampe kullerte die Treppe hinab, und die beiden Männer wälzten sich wild aufeinander einschlagend auf dem Boden herum. Vom lauten Kampfeslärm geweckt, begann jetzt auch Anna in Panik laut zu schreien.
»Hilfe! Hil…«
Zu mehr kam sie nicht mehr.
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Kriminalroman von Maximilian Eigletsberger
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