„Wolfsmörder“ von Daniela Alge
Ein Wolf streicht durch den Bregenzerwald und versetzt die Einwohner in Aufregung. Auch der Bauer Wolfgang hat Angst um seine Schafe und verspricht, das Tier zu erledigen. Es dauert auch nicht lange und der Wolf wird kopflos verscharrt gefunden. Doch als die Polizei auf dem Kohlbachhof des Bauern klingelt, finden sie seine verzweifelte Frau Miriam, die seit zwei Tagen ihren Mann vermisst.
Leseprobe
Der dritte Waldinger-Krimi basiert auf einer wahren Begebenheit.
Der Landesrat kam mit dem Mikrofon in der Hand nach vorne an den Bühnenrand. Er schaute ins Publikum und wartete, bis Ruhe einkehrte. »Wir werden euch Bauern unterstützen und bereits in naher Zukunft einen Maßnahmenkatalog erarbeiten, wie wir uns dem Wolf entgegenstellen können.«
»Wie sieht das konkret aus?«
Der Politiker räusperte sich. »Wir werden das im Plenum besprechen. Ich kann hier und heute keine definitiven Zusagen machen, aber wir werden in den kommenden Wochen intensiv darüber diskutieren und Lösungsvorschläge ausarbeiten.«
»Beispiele?«
»Wir werden darüber beraten, ob wir Zuschüsse gewähren können, für optimales Zaunmaterial, Schadenszahlungen für gerissene Tiere, günstige Versicherungen für die Herden, nächtliche Stallpflicht …«
»Stallpflicht? Meine Schafe weiden in Hinteregg. Sollte eines durch den Wolf gerissen werden, nehme ich die Sache selbst in die Hand.«
Applaus brandete auf. Annika flüsterte: »Ist das der junge Schweizer vom Kohlbachhof?«
Waldinger nickte und legte den Zeigefinger auf seine Lippen. Er wollte die Antwort des Jagdaufsehers nicht verpassen, der sich erhoben hatte und dem Landesrat das Mikrofon aus der Hand nahm. »Der Wolf wird eine Art Gesundheitspolizei werden, sich von kranken und schwachen Tieren ernähren. Für gesunde und eingezäunte Schafe sehe ich keinerlei Gefahr. Schwierig wird es für das heimische Wild, und ich sehe es als meine Pflicht, diese Tiere nach Möglichkeit zu schützen. Der Wolf ist leider kein Vegetarier.«
Männer lachten, andere klatschten, doch als der Bauer vom Kohlbachhof ebenfalls aufstand und der Spot wieder auf ihn gerichtet wurde, lauschten alle gespannt. »Diese Veranstaltung ist ein reines Kabarett. Hilfe für uns Bauern gibt es hier nicht. Ich geh heim und lade meine Flinte.«.
Der Titel ist auch als e-book erhältlich
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Thalia
Wolfsmörder
Kriminalroman von Daniela Alge
Taschenbuch, 167 Seiten, € 12,90 (A)
ISBN 978-3-902784-63-6



