„Todesspuren“ von Pausch Siedau
Obwohl es sich um keinen Mord handelt, wird Inspektor Fink mit dem Fall betraut, der diesen aber nicht ernst nimmt. Brisanter ist hingegen der Fund, den man kurze Zeit später bei einer juristischen Schatzsuche in Obertauern macht: ein menschliches Bein, an dem sich noch ein Schi befindet. Einige Zeit später macht ein Tourist in der italienischen Partnerstadt Obertauerns – in Lignano – eine schreckliche Entdeckung: er gräbt einen abgetrennten Arm aus, dessen Hand noch verkrampft einen Tennisschläger hält.
Leseprobe
Finks zweiter Fall
Ein komischer Vogel ermittelt in Salzburg
Als Hans Klauber, wie gewohnt, das Denkmal des großen Wolfgang Mozart begrüßen wollte, da kam es ihm vor, als wäre heute etwas anders, als fehle irgendwas. Ja, es schien ihm, als hätte Mozart keinen Kopf. Das konnte nur eine Fata Morgana sein, dachte Hans, obwohl er wusste, dass diese im Winter eher selten vorkamen. Wahrscheinlich hatte er so weit über den Durst getrunken, dass er nicht wie in solchen Fällen üblich zwei Köpfe sah, sondern dafür gar keinen. Unmöglich. Das konnte keinesfalls wahr sein. Klauber rieb sich die Augen mit dem nassen Schnee. Er ging noch näher an die Statue heran. Tatsächlich: Er hatte sich nicht getäuscht. Jemand hatte Wolfgang Amadeus Mozart den Kopf abgeschlagen. Der Rossknödelklauber mutmaßte sofort, dass Salieri der Täter gewesen sein könnte, aber dann fiel ihm ein, dass der ja schon lange nicht mehr lebte. In seinem Rausch suchte er den ganzen Platz nach dem Schädel ab, fand ihn aber nicht. Er lief sogar bis zum Papagenoplatz und stellte beruhigt fest, dass wenigstens der dort platzierten Vogelfängerstatue nichts fehlte. Dann ging er zurück zum Tatort. Noch einmal prüfte er, ob er nicht vielleicht doch eine Halluzination gehabt hatte, aber nein: Mozart war immer noch völlig kopflos.
Todesspuren ist auch als e-book erhältlich
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Todesspuren
Kriminalroman von Pausch Siedau
Taschenbuch, 212 Seiten, € 12,90 (A)
ISBN 978-3-902784-28-5
