„Pferde, Informanten & Blut-Diamanten“ von Maximilian Eigletsberger

Unternehmensentwickler Max Werger will am Rosenhof im Salzburger Pongau mit Freunden ein paar gemütliche Tage mit Reiten, Erholung und Wellness verbringen. Doch was wie ein Traumurlaub klingt, mutiert schon bald zu einem Kriminalfall. Ein totes Urlauberpaar, ein dubioser Diamantenhändler, ein Superhengst und eine mysteriöse Frau sorgen für jede Menge Spannung und Gänsehauteffekte. Und Max Werger befindet sich mit seinem Freund und Helfer Stonie wieder einmal mitten im Zentrum des Geschehens. Dass auch Kater Lionel Messi und Max Exfreundin Sophie in dem Trubel für so manche Verwirrung sorgen, sei hier nur am Rande erwähnt. Pferde, Informanten & Blut-Diamanten: der vierte Fall des Max Werger sorgt erneut für »Schweißausbrüche« und unvermeidliche Lachanfälle!

Leseprobe

Allmählich kehrte Ruhe in den Stallungen des weit über die Landesgrenzen bekannten Zuchtgestüts Rosenhof im Salzburger Pongau ein. Nur ab und zu durchbrach das relaxte Schnauben der Pferde die Stille. »Abschnauben ist Musik in meinen Ohren«, wie es Zoltan, langjähriger Stallmeister am Rosenhof, bei jeder Gelegenheit ganz poetisch nannte. Er drehte noch eine abschließende Runde, wünschte »seinen Lieblingen« eine gute Nacht und drehte das Licht ab. Dann machte er sich auf den Weg in seine kleine Garçonnière, die sich direkt am Hof befand. Die bewohnte er bereits, seit er vor zwölf Jahren aus Ungarn gekommen ist. An den Wänden hingen Fotos seiner »Lieblingshengste«. Darunter mischten sich auch spektakuläre Turnierfotos, die Zoltan als erfolgreichen Springreiter auswiesen. Davon zeugten auch ein paar verstaubte Pokale, die auf einem Regal Platz fanden. Jetzt dienten sie als Aufbewahrungsort für Stifte. Gelegentlich fanden sich auch ein paar Münzen und Geldscheine darin.
Immer auf der Suche nach Essbarem, tummelte sich eine kleine Maus unter dem Futterbarren von Bally. »Skyball of Ulster«, wie der irische Vollblüter und Star der Zuchthengste im Gestüt Rosenhof mit klingendem Namen hieß, verstreute in seiner Fressgier immer wieder Futter auf dem Stallboden. Genug für die Maus, sich das Wams vollzuschlagen. Dabei musste sich der kleine Nager vor den Hufen des plötzlich nervös werdenden Pferdes in Acht nehmen.
Der Lichtstrahl einer Taschenlampe suchte sich den Weg zur Box des Superhengstes. Fast lautlos wurde die Schiebetüre geöffnet. Ein verängstigtes Wiehern, der dumpfe Aufprall des massiven Pferdekörpers am Boden der strohbedeckten Box. Dann herrschte wieder Stille. Gespenstische Stille. Der Lichtstrahl der Taschenlampe entfernte sich rasch aus der Stallgasse. Das Klicken des Türschlosses beendete die unheilvolle Szene.
Zoltan drehte sich unruhig in seinem Bett herum. Von einer bösen Vorahnung geplagt, schlüpfte er in seine Stiefel und schlug sich eine Jacke über. Schnellen Schrittes ging er zu den Stallungen. »Warum ist die Tür nicht verschlossen?« Mit dem Einschalten des Lichtes kam augenblicklich Leben in die Stallgasse. Die offene Box stach Zoltan sofort ins Auge. So schnell er konnte, lief er hin. Der Hengst lag mit offenen Augen und ausgestreckten Beinen unnatürlich gekrümmt im Stroh. Ein markerschütternder Schrei hallte durch die Nacht. Der berühmte Deckhengst Skyball of Ulster war tot.
Ich war zu diesem Zeitpunkt mit meiner Freundin Marlene, mit meinem Freund Stonie und seiner Ehefrau Anna auf Urlaub am Rosenhof. Es sollte eine erholsame Woche mit Reiten und Wellness werden. Daraus ist nichts geworden. Es kam wieder einmal ganz anders. Wenn Sie wollen, erzähle ich Ihnen die Geschichte. Ungeschminkt und offen. Also halten Sie sich fest.

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Thalia

Pferde, Informanten & Blut-Diamanten
Kriminalroman von Maximilian Eigletsberger
Taschenbuch, 307 Seiten, € 14,90 (A)
ISBN 978-3-99074-325-6