Tod im grünen Klee

Der dritte Fall für Inspektor Neuner

Als der Anruf zu Inspektor Quentin Neuner durchgestellt wurde, waren er und seine Assistentin Charlie Renner gerade dabei, die liegen gebliebenen Schreibarbeiten zu ihren letzten Fällen zu erledigen. 
»Neuner«, brummte Quentin wie immer, wenn er bei der Arbeit gestört wurde, grummelig ins Telefon. 
Er hörte etwas und dann nur noch ein Knacksen in der Leitung und sie brach ab. Es klang, als ob der Anrufer von einer Baustelle aus telefonierte. Erneut klingelte es, und dieses Mal vernahm Quentin eine kaum hörbare Männerstimme. 
»Wer ist dran? Können Sie Ihren Namen wiederholen, ich höre Sie kaum«, brüllte Quentin ungeduldig in den Hörer. 
»Hier liegt ein Toter, ein Toter, hören Sie mich?«, schrie der Anrufer hysterisch ins Telefon, ohne seinen Namen zu nennen. 
»Alles der Reihe nach. Wer sind Sie?« 
»Ich heiße Wer… Wer… Werner Simmer«, stotterte der Mann ins Telefon. 
»Gut, Herr Simmer, jetzt der Reihe nach. Wo sind Sie?« 
»Bei den Salzachseen, wir haben hier eine Baustelle, an der wir seit heute früh um sieben Uhr dreißig arbeiten. Hier liegt, hier liegt … ein Toter, hören Sie! Ein Toter! Eine Leiche!« Seine Stimme überschlug sich fast, als er diesen letzten Satz ins Telefon brüllte. 
»Ganz ruhig jetzt, Herr Simmer. Wo genau sind Sie?« 
Quentin hatte das Gespräch auf Lautsprecher gestellt, damit Charlie alles notieren konnte. Mit sanfter Stimme versuchte er, den Anrufer zu beruhigen. 
»Beim größeren der Salzachseen im hinteren Bereich. Wir müssen hier den See entschlammen, und da haben wir einen Toten am Ufer entdeckt. Einen Toten! Bitte, kommen Sie! Schnell!«, schrie der Mann immer noch. 
»Haben Sie oder jemand anderer ihn angefasst?« 
»Nein, haben wir nicht. Wir sind nur zu zweit. Mein Kollege ist davongelaufen und hat sich übergeben, und ich habe Sie angerufen.« Die Stimme des Mannes wurde etwas leiser.
»Sehr gut, Herr Simmer. Bleiben Sie ganz ruhig und fassen Sie den Toten bitte unter keinen Umständen an. Der Auengürtel ist weitläufig. Wo genau finden wir Sie?« 
»Am nördlichen Zipfel, im Wald, dort auf der Salzachseite. Wir sind mit dem Bagger erst über den Treppelweg und dann auf dem Wanderweg hierher gefahren. Den Treppelweg einfach immer geradeaus bis zum geschotterten Weg. Da fahren Sie dann am Lieferinger Fischteich entlang, bis der große See kommt. Folgen Sie einfach dem Weg, immer am Ufer entlang weiter, und am Ende bei der Biegung werden Sie unseren Sumpfbagger stehen sehen.« 
»Gut, wir sind gleich bei Ihnen, Herr Simmer, danke für den Anruf.«  

Der »Grüne Klee« scheint Familie Aigner kein Glück zu bringen!
Denn der Tote am Salzachsee entpuppt sich als der angesehene Großgrund­besitzer und Freund des Bürgermeisters Lorenz Aigner. Quentin Neuner und sein Team ermitteln bereits auf Hochtouren,  als auch noch der Sohn des Toten spurlos verschwindet und dessen Mutter von Angst und Panik erfasst wird. Hat der Sohn etwas mit dem Mord zu tun? Oder hat es jemand auf die Familie Aigner abgesehen? Und wenn ja, warum?


Tod im grünen Klee
Kriminalroman von Marie Anders
Taschenbuch, 311 Seiten, € 12,90 (A)
ISBN 978-3-99074-066-8


Tod im grünen Klee ist auch als e-book erhältlich

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Von Marie Anders bisher erschienen



Pralinen des Todes
978-903092-90-7

Die finnische Socke
978-99074-022-4




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