Der Rächer - Bound to kill

Der zweite Auftrag für Tom Swift

»Wer sind Sie?« 
»Wenn Sie einen Namen möchten. François. Familienname Proust. Nicht verwandt und nicht verschwägert mit dem anderen Proust.« Der Kellner näherte sich, und der Mann, der sich als François vorgestellt hatte, bestellte ein kleines Glas Weißwein. »Noch einmal von vorn. Ich bin François.« Er streckte Tom über den Tisch die Hand entgegen. Tom ergriff die Hand nicht, worauf sein Gegenüber sie beleidigt sinken ließ. 
»Für wen arbeiten Sie?« 
»Das spielt keine Rolle.« 
»Ich möchte wissen, mit wem ich es zu tun habe. Also, für wen?« 
»Ich bin sozusagen ein freier Mitarbeiter. Mehr kann ich nicht sagen.« 
»Das wird eine sehr kurze Unterhaltung.« Tom sah zu dem Kellner und hob die Hand. »L’addition s’il vous plaît!« 
»Warten Sie!« Er wollte seine Hand auf Toms Unterarm legen, doch der war schneller und zog den Arm ruckartig vom Tisch. Tom schüttelte den Kopf. 
»Ich muss wissen, wer Sie geschickt hat.« 
»Sie wissen, dass ich darüber nicht sprechen darf.« 
»CIA?« 
»Ich bin nur beauftragt, Ihnen das Dossier zu übergeben. Mit besten Grüßen von Ihren Freunden bei der Agency.« Proust zog einen dicken Umschlag aus der Innentasche seiner Jacke. Auf einen zufälligen Beobachter sah das wie die Geste eines Geschäftsmannes aus, der soeben das Angebot seiner Firma auf den Tisch legte. 
Tom ließ das Paket auf dem Tisch liegen. »Freunde? Ich habe keine Freunde beim Dienst.«
»Außer einem, offensichtlich.« Proust schob den Umschlag näher zu Tom hinüber. »Für Sie.«
»Also doch CIA«, sagte Tom. »Wer ist Garretts Nachfolger in Langley?« 
»Das ist der Freund, von dem ich sprach. Sie kennen ihn.« 
»Wayne Cox?« 
Der andere nickte. »Ich soll Ihnen Grüße bestellen. Private.« Er lächelte. 
»Und das hier?« Tom deutete auf den dicken Umschlag, der immer noch neben seiner Kaffeetasse lag. 
»Das gesamte Projekt hat zwei Teile. Teil eins betrifft eine Zielperson hier in Paris.« 
»In Paris?« 
Proust deutete auf das Kuvert. »Lesen hilft.« 
»Wenn Sie frech werden, haben Sie eine blutige Nase, bevor Sie hier rausgehen.« 
»Kein Grund zur Aufregung. Nochmals von vorn. Teil eins des Auftrags betrifft die Zielperson, die sich derzeit in Paris aufhält. In einem Hotel an den Grands Boulevards.« 
»Sie sprechen von einer Zielperson.« 
»Es ist eine Änderung eingetreten, die wir erst gestern erfahren haben.« 
»Ich mag Änderungen nicht.« 
»Langley ist genauso überrascht worden wie jetzt Sie.« 
»Und worin besteht die Überraschung?« 
»Die zweite Zielperson hat es vorgezogen, zu Hause zu bleiben.« Der Mann verzog den Mund zu einem Grinsen. »Es wird einfacher für Sie.« 
»Lassen Sie die dummen Bemerkungen. Was ist mit dem anderen Teil?«
»Was meinen Sie?« 
»Teil eins des Auftrags betrifft die Zielperson, sagten Sie … was ist der zweite?« 
»Teil zwei des Projekts wird gestartet, wenn die Zielperson erledigt ist.« 
»Nämlich?« 
Der Mann schüttelte den Kopf. »Dazu wird Langley mit Ihnen Kontakt aufnehmen.« 
»Wer liefert die technische Unterstützung? Steht das im Dossier?« 
Proust schüttelte den Kopf und zog einen Zettel aus der Brusttasche. »Le petit Bricoleur. Merken Sie sich das.« 
»Bricoleur? Wollen Sie mich als Heimwerker beschäftigen?« 
»Le petit Bricoleur«, wiederholte Proust. »Das Geschäft ist in der Rue Peclet, neben einer Bibliothek. Im 15. Arrondissement. Nicht schwer zu finden. Der Geschäftsinhaber heißt Louis Bobet, bei Werkzeugen und Waffen ein erfahrener Profi. Sagen Sie ihm meinen Namen, und er wird Sie zufriedenstellen. Vertrauen Sie mir.« 
»Vertrauen ist das Letzte, das mir bei Ihnen einfällt«, sagte Tom.
Eine Minute später verließ er das Café, ging die Rue André Antoine hinunter und bestieg einen Bus der Linie 30. 

Tom Swift ist Auftragskiller. Zuverlässig, eiskalt, gnadenlos. In Diensten der CIA steht er vor seinem bisher gefährlichsten Auftrag: Er soll den korrupten Diktator Ukumba sowie dessen Söhne liquidieren, die das zentralafrikanische Land Zambesi mit tödlicher Autokratie beherrschen. Die von Leichen gesäumte Jagd führt Tom nach Paris, Washington und in die Lagune von Venedig. Dann wird der amerikanische Botschafter in Zambesi entführt. Tom erhält den Auftrag, mit einer kleinen Gruppe in das Land einzusickern, um den Botschafter aus dem Gefangenenlager zu holen, das in den unzugänglichen Dschungelgebieten im Landesinneren vermutet wird. Als Tom den Kampf aufnimmt, wird er von den Gespens­tern seiner Vergangenheit eingeholt. Im Hintergrund zieht ein tödlicher Gegner die Strippen, um sich an Tom zu rächen, mit dem er noch eine Rechnung offen hat. Die Mission läuft aus dem Ruder und er selbst wird zum Gejagten.
Der Rächer - Bound to kill ist der zweite Band um den Auftragskiller Tom Swift. Der hochaktuelle Action-Thriller führt den Leser unter anderem ans Horn von Afrika, wo Länder in Flammen stehen und jedes Jahr tiefer in der Korruption versinken, während die autokratisch Regierenden reicher und die Bedürftigen ärmer werden


Der Rächer - Bound to kill
Thriller von Max Oban
Hardcover, 325 Seiten, € 19,90 (A)
ISBN 978-3-99074-045-3


Der Titel ist auch als e-book erhältlich

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Max Oban

     

 

     

 

 
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